EU-Klimaschutz? Die Telekom unterbietet die EU-Ziele und setzt sich ihre eigenen ambitionierten, denn: ICT-Lösungen reduzieren den weltweiten CO2-Ausstoß maßgeblich. Laut CR-Bericht sollen bis 2020 die Emission um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Das stößt auch bei Greenpeace auf Gegenliebe.
Aufgrund des DTAG CR-Engagements listet Greenpeace die Telekom als "Climate Leader" ©DTAG
Bonn/Brüssel. Ganze 40 Prozent Kohlendioxid (CO2) sollen bis 2020 eingespart werden im Vergleich zu 1995. Das sind 30 Prozent zu 2008. Damit verschärft die Deutsche Telekom AG (DTAG) ihre Klimaschutzziele und untermauert ihre Strategie der Förderung einer „Low Carbon Society“, einer Gesellschaft, mit wenig klimaschädlichen CO2-Emissionen.
Das Streben nach einer nahezu emissionsneutralen Gesellschaft beginnt bei der Telekom bereits im Kleinen – getreu dem Motto des Nachhaltigkeitsengagements „Große Veränderungen fangen klein an“. Die E-Fit-Initiative z.B. informiert rund 80.000 Mitarbeiter intern über die Möglichkeiten des umweltbewussten Arbeitens, vom Papiersparen über grüne Mobilität bis zum Stromsparen.
Auch in punkto Dienstreisen geht der Konzern neue Wege. Die Angestellten, die dienstlich Servicefahr- und Geschäftszeuge nutzen erhalten ein kostenloses Fahrtraining, das den Kraftstoffverbrauch um durchschnittlich acht Prozent senken soll. Für den rund 32.000 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark der Telekom wurde bereits am Anfang April 2010 die Green-Car-Policy in Kraft gesetzt und eine CR-Vision formuliert. Im Rahmen der konzerneigenen Policy sollen die EU-Ziele von maximal 120g CO2 pro Kilometer bis 2015 für neue Fahrzeuge signifikant unterboten werden: 110g lautet die Maßgabe für alle neuen Telekomfahrzeuge – ein Durchschnittsverbrauch von 4,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer.
Darüber hinaus fahren alle Mitarbeiter auf Dienstreisen mit der Deutschen Bahn CO2-frei: Entsprechend des jährlichen Reisevolumens der Telekom von über 128 Mio. Kilometern speist die Deutsche Bahn die adäquate Menge Strom aus erneuerbaren Energien – also Wasserkraft, Windkraft und Sonnenenergie – direkt in ihr Netz ein. Alleine mit dieser Kooperation trägt die Telekom dazu bei, jährlich 5.700 t Kohlendioxid zu vermeiden.
Passend zu den Initiativen nach Innen und Außen wurde im Frühjahr 2010 die CR-Vision formuliert, die Corporate Responsibility in der Konzernstrategie verankert: „Die Telekom ist international treibende Kraft für nachhaltiges Handeln, sie setzt Maßstäbe für ein vernetztes Leben und Arbeiten, ist beispielhaft in der Integration von Menschen in die Informationsgesellschaft und führend auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Gesellschaft.“
Auch international zeigt die Telekom „Flagge“: Bereits 2009 wurde das Copenhagen Communiqué der European Leaders Group on Climate Change (EU CLG) unterzeichnet. Die Initiative tritt für ein ehrgeiziges und faires Abkommen zur weltweiten Reduktion der CO2-Emissionen ein. Ziel ist, Unternehmen für den Klimaschutz zu gewinnen. Im Jahr 2010 engagierte sich die Deutsche Telekom dann auch für die Erhöhung des Klimaschutzziels der EU von 20 auf 30 Prozent von 1990 bis 2020. Eine Initiative, für die nur wenige Unternehmen so offen eintreten.
Anlässlich des Jahrestreffens des europäischen Unternehmerverbandes Business Europe im Mai 2011 in Brüssel schreibt Sigrid Totz schreibt auf Greenpeace.de: „Um beim klimaschonenden Wirtschaften eine globale Vorreiterrolle zu behalten, fordern Unternehmen wie Unilever, Danone, die Deutsche Telekom und die Allianz strengere EU-Klimaschutzziele. Diese entsprechen den Greenpeace-Forderungen nach einer gesetzlichen Reduktion der EU-Treibhausgase um 30 Prozent bis zum Jahr 2020“. Die derzeitig vorgesehenen Einsparungen von 20 Prozent bis zum Jahr 2020 würden keinen Anreiz für Investitionen in saubere Technologien bieten, erläutert Totz weiter.
Nur ein ehrgeizigeres Ziel – eine 30-prozentige Senkung der eigenen Emissionen bis zum Jahr 2020 (gegenüber dem Stand von 1990) – könne umweltfreundliche Arbeitsplätze und eine rohstoffeffiziente, global wettbewerbsfähige Wirtschaft herbeiführen. „Die Unternehmen für die Low Carbon Economy aufzustellen, um beim klimaschonenden Wirtschaften eine globale Vorreiterrolle zu behalten“, empfiehlt Greenpeace direkt den anwesenden Konzernchefs im Rahmen des Jahrestreffens.
Aufgrund des CR-Engagements der Telekom listet Greenpeace die DTAG als „Climate Leader“ auf ihrer internationalen Website. Zudem wurde die Telekom kürzlich auch als eines von neun deutschen Unternehmen in den Carbon Performance Leadership Index aufgenommen, der im Jahr 2010 vom Carbon Disclosure Project (CDP) veröffentlicht wurde. Der Index zeichnet Firmen aus, die sich dem Klimaschutz verpflichtet haben. Bewertet werden Klimaschutzstrategien, Energiesparpläne, Emissionsreduktionsziele und die Umsetzungsmaßnahmen.
Im Anfang Juni veröffentlichten CR-Bericht wird die Vorreiterrolle der DTAG nochmals verdeutlicht. Der Bericht fasst die Initiativen und Investitionen zusammen und legt gleichzeitig die weitere Marschroute 2011 fest: Die Internationalisierung der Klimaschutzstrategie unter Einbeziehung der Auslandsgesellschaften ist im Fokus, wofür die DTAG individuelle CO2-Reduktionsziele erarbeitet. Konzernweite Vorgaben werden hierfür mit lokalen Potenzialen abgeglichen und zusammengeführt. Zudem soll in Zukunft die Reduktion des CO2-Ausstoß entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Fokus sein.
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